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Running Sushi

„Für einen?“, fragt der Kellner am Eingang.

„Ja, bitte.“

Er geleitet mich zu einem kleinen Tisch direkt an der Running-Sushi-Bar.

Eigentlich fühle ich mich ja gar nicht wohl, wenn ich alleine essen gehen muss.

Ich komme mir dumm vor, wenn alle um mich herum mit Freunden oder Bekannten zusammensitzen. Während sie sich unterhalten und gemeinsam lachen können, checke ich meine E-Mails oder google irgendetwas auf meinem Handy, nur um beschäftigt zu wirken.

Nicht so bei „Running Sushi“. Hier, face-to-face mit dem zweistöckigen Essenslaufband, fällt meine Einsamkeit nicht so sehr auf. Und ich kann meine Aufmerksamkeit zur Abwechslung auf etwas anderes als mein Handy richten.

Das vorbeifahrende Essen beruhigt mich auf eine merkwürdige Art und Weise. Ich hab das Gefühl, dass das Essen niemals ausgehen wird, egal wieviel Zeit ich mir lasse.

Ich starte mit einer Portion Frühlingsrollen, tunke die kleinen Häppchen in Sojasoße. Mhm!

Ich lasse Sushis und Makis vorbeifahren und schnappe mir die kleinen Teller mit gebackener Ente – mein Lieblingsgericht. Leider gibt es davon unverhältnismäßig weniger, als von manch anderen Speisen.

Auf dem nächsten Teller mit Ente ist zwischen den Fleischstücken eine Nachricht versteckt.

Wachsen dir nicht schön langsam Schwimmhäute zwischen den Zehen?

Ein grinsender Smiley neben der Botschaft, lässt keinen Zweifel, dass es als Scherz gemeint ist.

Ich sehe mich nach allen Seiten um. Von wem kommt die Nachricht?

Das turtelnde Pärchen rechts von mir kann ich ausschließen. Und der Vater links von mir, spricht mit seinem Sohn über die Hausaufgaben. Die beiden scheiden wohl auch aus.

Es ist Mittagszeit und jeder Platz an der Sushi-Bar belegt. Köpfe so weit das Auge reicht. Es könnte jeder einzelne dieser Menschen sein. Aber eigentlich ist es auch egal. Die weit wichtigere Frage ist: Was soll ich antworten?

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